Unternehmensvideo: Formen, Nutzen und Ablauf im Überblick
Vom Imagefilm bis zum Recruiting-Clip: wie ein Unternehmensvideo Wiener Betriebe sichtbar macht und was es kostet.
Ein Unternehmensvideo zeigt in wenigen Minuten, wofür ein Betrieb steht: die Menschen dahinter, die Produkte und die Art zu arbeiten. Video ist längst der Kanal, über den sich Kunden und Bewerber ihren ersten Eindruck holen. Laut dem Marktreport von Wyzowl setzen 2026 rund 91 Prozent der Unternehmen Video als Marketinginstrument ein, und etwa 70 Prozent der B2B-Einkäufer sehen sich vor einer Kaufentscheidung Videos an. Für ein Wiener KMU heißt das folglich: Wer sichtbar bleiben will, kommt am bewegten Bild kaum noch vorbei.
Dieser Ratgeber ordnet das Thema strategisch, damit Sie vor dem ersten Angebot wissen, was Sie eigentlich brauchen. Zunächst klären wir, welche Arten von Unternehmensvideos es gibt und wofür sie entlang der Customer Journey taugen. Danach geht es um den Ablauf einer Produktion, um die Distribution auf Website, YouTube und LinkedIn sowie um Budget, Kosten und die rechtliche Seite. Für die breite Leistungsübersicht bleibt die Seite zur Videoproduktion der Ausgangspunkt.
Ein Unternehmensvideo ist ein bewusst produzierter Film, der ein Unternehmen, seine Leistungen oder seine Kultur nach außen und nach innen vermittelt. Der Zweck reicht dabei weit über Werbung hinaus. Ein gutes Unternehmensvideo baut Vertrauen auf, erklärt komplexe Produkte in kurzer Zeit und macht eine Marke greifbar, lange bevor das erste Gespräch stattfindet. Genau deshalb behandeln immer mehr Betriebe Video nicht als Kür, sondern als festen Teil ihrer Kommunikation.
Bewegtes Bild transportiert in Sekunden, wofür geschriebene Sätze eine ganze Seite brauchen. Ein Gesicht, eine Stimme, eine echte Werkstatt: solche Eindrücke bleiben hängen, weil sie Emotion und Information zugleich liefern. Außerdem belegen Marktzahlen den Effekt sehr deutlich. Landingpages mit eingebettetem Video erzielen bis zu 86 Prozent höhere Conversion-Raten als Seiten ohne Film, und 82 Prozent der Video-Marketer berichten von einem positiven Return on Investment. Für ein Unternehmen ist das ein handfestes Argument, kein Bauchgefühl. Darüber hinaus bleibt bewegtes Bild besser im Gedächtnis, weil es Sehen und Hören zugleich anspricht. Ebenso lässt sich ein einmal produziertes Unternehmensvideo vielfach einsetzen, vom Messestand über den Newsletter bis zur Signatur im Vertrieb.
Vertrauen entsteht, wenn Menschen sehen, mit wem sie es zu tun haben. Ein Unternehmensvideo, das echte Mitarbeitende und reale Abläufe zeigt, wirkt daher glaubwürdiger als jeder Hochglanz-Prospekt. Ebenso zahlt der Film auf die Marke ein, weil Bildsprache, Ton und Tempo den Charakter eines Betriebs vermitteln. Wer diesen Eindruck steuert, überlässt den ersten Kontakt nicht dem Zufall. Insbesondere im Dienstleistungsgeschäft, wo das Produkt unsichtbar bleibt, ersetzt der Film die fehlende Anschauung. Wie stark professionelle Bilder und Filme im Marketing arbeiten, zeigt ergänzend unser Beitrag zur Content Creation für Marken.
Unternehmensvideo ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Formate. Ein Imagefilm folgt anderen Regeln als ein Recruiting-Clip, ein Produktvideo anderen als ein Erklärvideo. Wer das passende Format kennt, spart daher Budget, weil Konzept und Aufwand zum Ziel passen. Die gängigsten Arten im Überblick:
Viele Projekte kombinieren mehrere Formate aus einem Dreh. So entsteht beispielsweise aus einem Drehtag ein Imagefilm für die Website plus mehrere kurze Clips für Social Media. Zudem lässt sich auf diese Weise ein konsistenter Auftritt über alle Kanäle aufbauen, statt für jeden Zweck neu bei null zu starten. Welche dieser Formen zu Ihrem Ziel passt, klären wir im Rahmen der Filmproduktion für Unternehmen.
Ein Unternehmensvideo entfaltet seinen Nutzen nicht an einer einzigen Stelle, sondern über den gesamten Weg des Kunden. Deshalb lohnt es, vor der Produktion zu fragen, welche Phase der Customer Journey der Film bedienen soll. Jede Phase verlangt nämlich einen anderen Ton und eine andere Länge. Darüber hinaus verändert sich mit der Phase auch der Kanal, auf dem der Film am besten läuft.
Am Anfang steht die Sichtbarkeit. Ein kurzer Imagefilm oder ein Social-Media-Clip macht neugierig und bringt Ihr Unternehmen ins Blickfeld. In dieser Phase zählt Emotion mehr als Detail, denn der Zuseher soll zunächst nur hängen bleiben. Ein Unternehmensvideo mit klarer Bildsprache wirkt hier wie ein digitales Aushängeschild.
In der Mitte der Reise vergleicht der Interessent Anbieter. Jetzt helfen Produktvideos, Erklärvideos und Testimonials, weil sie konkrete Fragen beantworten. Ein Testimonial nimmt zum Beispiel die Sorge, ob die Zusammenarbeit hält, was sie verspricht. Somit verkürzt das richtige Unternehmensvideo den Weg von der Überlegung zur Anfrage spürbar. Video-Distribution auf LinkedIn zahlt genau auf diese Phase ein, wie LinkedIn selbst für den B2B-Bereich beschreibt.
Nach dem Kauf hört die Wirkung nicht auf. Onboarding-Clips, Tutorials und Danke-Videos halten den Kontakt und machen aus Kunden Fürsprecher. Ebenso stärkt ein Recruiting-Video nach innen die Bindung, weil Mitarbeitende sich mit ihrem Betrieb identifizieren. Ein Unternehmensvideo arbeitet folglich weiter, lange nachdem die erste Kampagne gelaufen ist. Schließlich kostet es weniger, bestehende Kunden zu halten, als neue zu gewinnen, und Video hilft genau dabei. Wie sich daraus eine dauerhafte Bildwelt aufbauen lässt, zeigt der Beitrag zur Contentproduktion für Unternehmen.
Ein professionelles Unternehmensvideo folgt einem klaren Ablauf, unabhängig von Format und Budget. Wer die drei Phasen kennt, kann daher entspannt planen und weiß, worauf es in jedem Schritt ankommt. Der Löwenanteil der Qualität entsteht dabei vor und nach dem eigentlichen Dreh. Insbesondere die Vorbereitung entscheidet mit, denn ein Fehler im Konzept lässt sich im Schnitt nur schwer ausbügeln.
Zuerst klären wir Ziel, Zielgruppe, Kernbotschaft und Budget. Aus diesem Briefing entsteht ein Konzept mit Drehbuch, Drehplan und einer Idee für die Bildsprache. Außerdem gehören Location-Scouting, Terminplanung und, falls nötig, die Auswahl von Sprechern in diese Phase. Je sauberer die Vorbereitung, desto ruhiger läuft der Drehtag. Ein gut geplantes Unternehmensvideo spart hier später teure Korrekturschleifen.
Am Set steht der Aufbau, bevor die erste Klappe fällt: Kamera, Licht und Ton werden eingerichtet, damit keine Zeit verloren geht. Danach wird szenisch oder dokumentarisch gedreht, je nach Konzept. Ein erfahrener Videograf führt dabei die Beteiligten und nimmt Menschen die Nervosität, die selten vor der Kamera stehen. Zudem entstehen an einem gut organisierten Drehtag oft gleich mehrere Formate parallel.
Nach dem Dreh beginnt die Arbeit, die den professionellen Eindruck erst herstellt. Im Schnitt werden Szenen ausgewählt, Farbe und Ton angeglichen, Grafiken und Musik ergänzt. Anschließend sehen Sie eine erste Fassung und geben Feedback, bevor die finale Version in den passenden Formaten geliefert wird. So bekommt jedes Unternehmensvideo den letzten Schliff, den man dem fertigen Film am Ende gar nicht mehr ansieht. Einen breiteren Überblick über den gesamten Prozess bietet der Ratgeber zur Videoproduktion für Unternehmen.
Ein Unternehmensvideo entfaltet seinen Wert erst dort, wo die Zielgruppe es sieht. Ein Film, der nur auf der Festplatte liegt, bringt daher nichts. Deshalb gehört die Frage nach der Distribution schon ins Konzept, nicht erst nach dem Schnitt. Drei Kanäle sind für die meisten Betriebe relevant.
Die eigene Website ist der Heimathafen jedes Unternehmensvideos. Auf der Startseite, einer Produktseite oder einer Landingpage steigert ein eingebetteter Film die Verweildauer und die Conversion. Zudem behalten Sie hier die volle Kontrolle über Umfeld und Nutzererlebnis, anders als auf fremden Plattformen. Beispielsweise verlängert schon ein kurzer Teaser über dem Kontaktformular die Verweildauer spürbar.
YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt und zahlt zusätzlich auf Ihre Sichtbarkeit in der normalen Google-Suche ein. Ein gut betiteltes Unternehmensvideo mit Beschreibung und Transkript kann folglich auch über Suchanfragen gefunden werden. Google gibt in den Richtlinien zu Video-SEO vor, wie Videos für die Suche optimal eingebunden werden.
Im B2B-Bereich ist LinkedIn der stärkste Kanal für ein Unternehmensvideo. Video-Beiträge erreichen dort ein Vielfaches der Interaktion statischer Bilder, und rund zwei Drittel der B2B-Unternehmen gewinnen über Video auf LinkedIn neue Kunden. Ebenso eignen sich Instagram und YouTube Shorts für kurze Clips, die schnell Aufmerksamkeit bringen. Ein persönliches Profil profitiert parallel von guten Aufnahmen, wie der Beitrag zur Personal Branding Fotografie zeigt.
Ein Unternehmensvideo kostet nicht wegen der Minuten Film, sondern wegen der Arbeit davor und danach. Konzept, Drehtage, Technik, Schnitt und Nutzungsrechte bestimmen den Preis. In Österreich beginnen einfache Interview- oder Social-Media-Formate bei rund 1.500 bis 3.000 Euro, während ein aufwendiger Imagefilm häufig zwischen 4.700 und 15.000 Euro liegt. Diese Spannen sind Richtwerte, denn der Aufwand hängt am Konzept.
| Faktor | Wirkung auf den Preis |
|---|---|
| Format und Länge | Ein kurzer Clip ist günstiger als ein szenischer Imagefilm |
| Anzahl der Drehtage und Orte | Mehr Tage und Locations erhöhen den Aufwand deutlich |
| Team und Technik | Kamera, Licht, Ton, Drohne und Sprecher schlagen sich im Preis nieder |
| Postproduktion | Schnitt, Grafik, Farbkorrektur und Animation kosten Zeit |
| Nutzungsrechte und Musik | Lizenzierte Musik und breite Nutzung werden gesondert berechnet |
Bei mehreren Formaten aus einem Dreh sinkt der Preis pro Video spürbar. Ein Drehtag, aus dem ein Imagefilm und fünf kurze Clips entstehen, ist folglich günstiger als sechs getrennte Produktionen. Für ein belastbares Angebot brauchen wir zwei Angaben von Ihnen: das Ziel des Films und die geplante Nutzung. Beispiele aus der Praxis finden Sie in unseren Referenzen.
Ein Unternehmensvideo ist eine Investition, kein einmaliger Posten. Deshalb lohnt der Blick auf die Wirkung über die Zeit: mehr Anfragen über die Website, kürzere Verkaufszyklen und Bewerbungen von Menschen, die den Betrieb schon aus dem Film kennen. Ebenso lässt sich der Erfolg messen, beispielsweise an Abspielraten, Verweildauer und Conversion. Wer diese Zahlen im Blick behält, erkennt folglich schnell, ob sich das eingesetzte Budget auszahlt.
Die rechtliche Seite wird beim Unternehmensvideo gern übersehen und danach teuer. Musik ist der häufigste Stolperstein: Songs aus Social-Media-Bibliotheken sind nur privat frei, für die gewerbliche Nutzung braucht es eine Lizenz. Die AKM und austro mechana regeln in Österreich einen Teil dieser Rechte, das Synchronisationsrecht klärt man dagegen direkt bei Verlag oder Label. Zu Abmahnungen bei unlizenzierter Musik in Kurzvideos informiert außerdem die WKO. Sobald Personen erkennbar sind, greift zudem das Recht am eigenen Bild nach § 78 Urheberrechtsgesetz: Für die Veröffentlichung von Mitarbeitenden oder Kunden im Film braucht es eine schriftliche Einwilligung. Wir halten Musik- und Nutzungsrechte bei jedem Projekt schriftlich fest, damit später niemand rätselt.
Was kostet ein Unternehmensvideo in Österreich?
Einfache Interview- oder Social-Media-Formate beginnen bei rund 1.500 bis 3.000 Euro. Ein aufwendiger Imagefilm liegt häufig zwischen 4.700 und 15.000 Euro. Der Preis hängt vor allem an Format, Länge, Anzahl der Drehtage, Postproduktion und Nutzungsrechten. Für ein konkretes Angebot genügen zwei Angaben: das Ziel des Films und die geplante Nutzung.
Welche Arten von Unternehmensvideos gibt es?
Zu den gängigsten Formaten zählen Imagefilm, Recruiting- und Employer-Branding-Video, Produktvideo, Erklärvideo, Testimonial, Eventvideo und kurze Social-Media-Clips. Welches Unternehmensvideo passt, hängt vom Ziel ab. Oft entstehen mehrere Formate aus einem einzigen Drehtag.
Wie lange sollte ein Unternehmensvideo sein?
Das hängt vom Kanal ab. Ein Imagefilm für die Website läuft meist 90 Sekunden bis drei Minuten, ein Social-Media-Clip oft nur 15 bis 60 Sekunden. Für ein Erklärvideo sind ein bis zwei Minuten üblich. Als Faustregel gilt: so kurz wie möglich, so lang wie nötig, damit die Botschaft ankommt.
Wie lange dauert die Produktion eines Unternehmensvideos?
Von der ersten Idee bis zum fertigen Film vergehen meist zwei bis sechs Wochen. Konzept und Vorbereitung brauchen einige Tage, der Dreh dauert je nach Umfang einen halben bis mehrere Tage, und die Postproduktion nimmt in der Regel ein bis drei Wochen in Anspruch. Ein enger Zeitplan ist möglich, sollte aber früh abgestimmt werden.
Wo spiele ich mein Unternehmensvideo am besten aus?
Die eigene Website ist die Basis, weil ein eingebettetes Video die Conversion steigert. Dazu kommen YouTube für die Auffindbarkeit über Google und LinkedIn für den B2B-Bereich. Kurze Clips laufen zusätzlich auf Instagram und in YouTube Shorts. Am besten planen Sie die Kanäle schon vor dem Dreh, damit die Formate passen.
Welche Musik darf ich in einem Unternehmensvideo verwenden?
Musik aus Social-Media-Bibliotheken ist nur für private Nutzung frei. Für ein gewerbliches Unternehmensvideo braucht es eine Lizenz, etwa über AKM und austro mechana oder direkt bei Verlag und Label. Am einfachsten ist lizenzfreie oder eigens komponierte Musik. Wir klären die Rechte vor dem Dreh, damit keine Abmahnung droht.
Brauche ich eine Einwilligung von Personen im Video?
Ja. Sobald Mitarbeitende oder Kunden im Unternehmensvideo erkennbar sind, gilt das Recht am eigenen Bild nach § 78 Urheberrechtsgesetz. Für die Veröffentlichung braucht es eine klare, am besten schriftliche Einwilligung mit konkretem Nutzungsumfang. Bei geschäftlicher Nutzung kommt zusätzlich die DSGVO ins Spiel.
Ein Unternehmensvideo ist planbar, sobald Sie drei Fragen vorab klären: welches Format zum Ziel passt, welche Phase der Customer Journey der Film bedient und über welche Kanäle er ausgespielt wird. Wer das sauber aufsetzt, die Rechte an Musik und Bild klärt und mehrere Formate aus einem Dreh mitnimmt, holt aus dem Budget das Meiste heraus. Der Aufwand bleibt überschaubar, und der Effekt zeigt sich über Monate auf Website, YouTube und LinkedIn. Gute Filme altern langsam, weil sie auf echte Menschen und klare Botschaften setzen statt auf kurzlebige Effekte.
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