Immobilienfotografie

Architekturfotograf in Wien: Baukunst im richtigen Licht

Wie ein Architekturfotograf Bauwerke dokumentiert, was ein Shooting kostet und warum gute Bilder Architekturbüros neue Aufträge bringen.

Inhaltsverzeichnis

Ein fertiges Gebäude steht Jahrzehnte. Der Moment, in dem es frisch und unverbraucht wirkt, ist allerdings kurz. Genau diesen Moment hält ein Architekturfotograf fest: die klare Linienführung einer Fassade, das Spiel von Licht und Schatten in einem Innenhof, das Detail einer Treppe. Insbesondere dieses Detail hat der Architekt monatelang durchdacht. Für Architekturbüros, Bauträger und Innenarchitekten sind diese Bilder daher das Kapital, mit dem sie ihr Werk zeigen. Und das lange, nachdem die Baustelle geräumt ist.

Dieser Ratgeber erklärt zunächst, was einen Architekturfotografen ausmacht. Außerdem zeigt er, wie er sich von der Immobilienfotografie unterscheidet und mit welcher Technik gerade Linien und stimmiges Licht entstehen. Zudem erfahren Sie, was ein Shooting in Wien umfasst und wofür Büros die Aufnahmen einsetzen. Ebenso klären wir, welche Rechtslage in Österreich gilt und womit Sie preislich rechnen sollten. Am Ende können Sie schließlich einschätzen, wann sich der Profi für Ihr Projekt lohnt.

Was ein Architekturfotograf macht und für wen

Ein Architekturfotograf bildet Bauwerke so ab, dass ihre gestalterische Idee lesbar wird. Er dokumentiert dabei nicht einfach, dass ein Haus existiert. Vielmehr zeigt er, warum es so aussieht, wie es aussieht: die Proportionen, das Material und die Art, wie Tageslicht durch eine Fassade fällt. Auftraggeber sind vor allem Architekturbüros, Bauträger, Generalunternehmer und Innenarchitekten. Dazu kommen Fassadenbauer, Hersteller von Bauprodukten und öffentliche Bauherren. Sie alle wollen ein fertiggestelltes Projekt professionell festhalten lassen.

Der Unterschied zum schnellen Baustellenfoto liegt vor allem in der Absicht. Eine Handyaufnahme belegt nur, dass etwas gebaut wurde. Der Architekturfotograf übersetzt dagegen den Entwurfsgedanken in ein Bild. Dieses Bild überzeugt somit auch Menschen, die nie vor Ort waren. Das ist Werkdokumentation im besten Sinn: der Zustand eines Bauwerks zu einem bestimmten Zeitpunkt. Festgehalten wird er zudem mit dem Blick, den der Architekt selbst gern hätte.

Typische Auftraggeber und Anlässe

Der häufigste Anlass ist die Fertigstellung eines Projekts. Dann brauchen Büros Bilder für die eigene Website, für Einreichungen und für die Presse. Weitere Anlässe sind zudem Sanierungen, Umbauten, Innenausbauten und Ausstattungsprojekte. Dabei macht ein Vorher-Nachher den Wert der Arbeit sichtbar.

  • Architektur- und Planungsbüros: Referenzbilder für Portfolio, Wettbewerbe und Akquise.
  • Bauträger und Projektentwickler: Bilder für Vermarktung, Geschäftsberichte und Investoren.
  • Innenarchitekten und Ausstatter: Räume, Materialien und Möblierung im fertigen Zustand.
  • Bauprodukt-Hersteller: das eigene Produkt am realen Objekt statt im Katalogrender.

studiolehner arbeitet aus einem Studio im 1. Wiener Bezirk, und zwar für Kunden in ganz Wien und Umgebung. Wie das für bebaute Objekte aussieht, zeigt zunächst die Seite zur Immobilienfotografie. Für größere Anlagen kommt außerdem die Industriefotografie dazu. Einen Eindruck ganzer Bildstrecken aus der Stadt gibt schließlich der Beitrag Wien im Fokus.

Architekturfotografie oder Immobilienfotografie: der Unterschied

Architekturfotografie und Immobilienfotografie fotografieren beide Gebäude. Allerdings verfolgen sie verschiedene Ziele. Die Immobilienfotografie will verkaufen oder vermieten. Sie zeigt eine Wohnung daher so, dass ein Interessent sich darin sieht, und arbeitet auf die Besichtigungsanfrage hin. Die Architekturfotografie dokumentiert dagegen ein Bauwerk als gestalterische Leistung, damit die Arbeit des Architekten sichtbar und zitierbar wird. Das eine dient somit dem Objekt am Markt, das andere dem Werk und seinem Urheber.

Aus diesem Unterschied folgt fast alles Weitere. Der Immobilienfotograf braucht ein helles, freundliches, ehrliches Bild. Zudem liefert er in wenigen Werktagen eine Serie fürs Inserat. Der Architekturfotograf nimmt sich dagegen mehr Zeit und wartet auf das passende Licht. Danach sucht er die Perspektive, die die Idee des Baus zeigt. Er liefert somit oft weniger, dafür sorgfältiger komponierte Aufnahmen. Wie die verkaufsorientierte Seite arbeitet, lesen Sie außerdem im Ratgeber Immobilienfotografie: Techniken, Ablauf und Nutzen und im Beitrag Immobilienfotograf in Wien.

Zwei Disziplinen im direkten Vergleich

MerkmalArchitekturfotografieImmobilienfotografie
ZielWerkdokumentation, Baukunst zeigenVerkauf, Vermietung
ZielgruppeArchitekten, Bauträger, FachpresseKäufer, Mieter
Bildsprachekomponiert, oft menschenleer, auf Form fokussierteinladend, bewohnbar, hell
Aufwand pro Motivhoch, Warten auf Lichteffizient, Serie in Stunden
VerwendungPortfolio, Wettbewerb, PR, PrintPortal, Exposé, Anzeige

In der Praxis überlappen sich die beiden. Ein Bauträger, der ein Neubauprojekt vermarktet, will nämlich oft beides: Verkaufsbilder für die Wohnungen und repräsentative Architekturaufnahmen des Gebäudes für Broschüre und Website. Ein gutes Fotostudio deckt daher beide Sichtweisen ab. Zudem stimmt es sie aufeinander ab, damit die Bildwelt eines Projekts aus einem Guss wirkt.

Die Technik: gerade Linien, Tilt-Shift und das richtige Licht

Gute Architekturfotos entstehen aus drei technischen Säulen, die zusammenspielen: senkrechte Linien, kontrollierte Perspektive und Licht, das die Form modelliert. Keine davon braucht Zauberei. Jede verlangt jedoch Erfahrung und das passende Werkzeug. Am deutlichsten sieht man den Unterschied dabei an einem einzigen Merkmal, den geraden Linien.

Stürzende Linien und das Tilt-Shift-Objektiv

Kippt man die Kamera nach oben, um ein hohes Gebäude ganz ins Bild zu bekommen, laufen die senkrechten Kanten zusammen. Das Haus wirkt dann, als kippe es nach hinten. Diese stürzenden Linien sind daher das häufigste Kennzeichen eines Amateurfotos. Profis lösen das mit einem Tilt-Shift-Objektiv. Es verschiebt die Optik gegenüber dem Sensor und hält so die Vertikalen parallel, ohne den oberen Teil des Gebäudes abzuschneiden. In der Architekturfotografie sind zudem Brennweiten von 17, 24, 45 und 90 Millimetern üblich, je nach Objekt und Abstand. Alternativ wird die Perspektive in der Nachbearbeitung korrigiert. Das kostet allerdings Bildwinkel und taugt deshalb nur begrenzt.

Licht und Tageszeit

Licht entscheidet, ob eine Fassade flach und langweilig oder plastisch und lebendig aussieht. Hartes Mittagslicht von oben ist selten die beste Wahl, weil es Strukturen ausbleicht und harte Schatten wirft. Streifendes Licht am Morgen oder am späten Nachmittag betont dagegen Relief und Material. Für repräsentative Außenaufnahmen setzt sich zudem die blaue Stunde durch. Das ist die kurze Phase nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel tiefblau leuchtet und warmes Licht aus den Fenstern fällt. Solche Aufnahmen heben ein Bauwerk somit aus der Masse. Sie verlangen allerdings Stativ, längere Belichtung und genaue Planung, weil das gute Licht nur wenige Minuten hält.

Stativ, Sensor und Nachbearbeitung

Ruhige, gerade Bilder entstehen vom Stativ aus, mit manuellem Fokus und niedriger Empfindlichkeit für maximale Detailschärfe. Große Sensoren liefern zudem die Auflösung, die Fachmagazine und großformatige Drucke verlangen. Die Nachbearbeitung gleicht danach Helligkeit und Farben ab. Außerdem entfernt sie störende Elemente wie eine Baustellenabsperrung oder einen falsch geparkten Wagen. So bringt sie das Bild auf den Stand, den der Architekturfotograf vor Ort im Kopf hatte. Für Aufnahmen aus der Vogelperspektive kommt schließlich die Drohnenfotografie dazu, die Dach, Kubatur und städtebaulichen Kontext eines Gebäudes zeigt. Studio, Ausrüstung und Arbeitsweise fasst zudem die Seite Fotostudio in Wien zusammen.

Innen, außen, Detail: was ein Architektur-Shooting umfasst

Ein vollständiges Architektur-Shooting erzählt ein Bauwerk auf drei Ebenen: als Ganzes von außen, als erlebbaren Raum von innen und im Detail, das die Handschrift des Entwurfs trägt. Ein erfahrener Architekturfotograf plant diese drei Ebenen deshalb von Anfang an mit. Erst zusammen ergeben sie nämlich eine Bildstrecke, mit der ein Büro arbeiten kann.

Außenaufnahmen und Baukörper

Die Außenansicht ist das Titelbild jedes Projekts. Sie zeigt den Baukörper in seiner Umgebung, die Fassade, die Materialität und die Art, wie das Gebäude auf dem Grundstück sitzt. Hier zählen Perspektive und Tageszeit besonders. Eine einzige gut gewählte Ansicht sagt nämlich oft mehr über ein Projekt als zehn beliebige. Bei größeren Anlagen, Gewerbe- und Industriebauten ergänzt zudem die Luftaufnahme die Bodenperspektive, wie der Ratgeber Drohnenfotografie: Einsatz, Recht und Kosten und die Seite zur Industriefotografie zeigen.

Innenräume und Raumfolgen

Innen geht es um Raumwirkung: Höhe, Proportion, Blickachsen und der Weg, den das Auge durch eine Raumfolge nimmt. Der Architekturfotograf sucht daher Standpunkte, die den Raum ordnen, statt ihn nur abzubilden. Dabei arbeitet er oft mit dem vorhandenen Tageslicht, ergänzt um dezentes Kunstlicht. Für Innenarchitektur, Hotellerie und Gastronomie ist diese Ebene die wichtigste, weil hier Material, Farbe und Möblierung zusammenwirken. Verwandt ist zudem die Hotelfotografie, die Zimmer und Aufenthaltsräume mit demselben Blick für Raum und Atmosphäre inszeniert.

Details und Materialien

Das Detail ist die dritte Ebene: der Übergang zweier Materialien, ein Geländer, eine Fuge, die Textur von Sichtbeton oder Holz. Diese Aufnahmen wirken für sich. Dennoch tragen sie eine ganze Strecke, weil sie die Sorgfalt zeigen, mit der geplant und gebaut wurde. Wie stark durchdachte Detailbilder wirken, zeigt zudem der Beitrag Hochwertige Business-Fotos für Ihr Marketing. Wer Foto und Bewegtbild verbinden will, ergänzt die Strecke schließlich um eine Videoproduktion, die einen Bau räumlich erlebbar macht.

Wofür Architekturbüros die Bilder nutzen: Portfolio, Wettbewerbe, PR

Für ein Architekturbüro sind gute Fotos das wichtigste Vertriebsinstrument, denn kaum ein Auftraggeber reist zu fertigen Projekten. Die Entscheidung fällt vielmehr am Bildschirm, anhand der Referenzen auf der Website und in der Bewerbung. Die Bilder eines Architekturfotografen rechnen sich daher über jeden neuen Auftrag, den sie mit anbahnen. Zudem arbeiten sie jahrelang, weil ein Bauwerk sich nicht verändert.

Portfolio und Akquise

Das Portfolio ist die Visitenkarte des Büros. Eine konsistente, hochwertige Bildsprache über alle Projekte hinweg wirkt daher wie ein Qualitätssiegel. Sie signalisiert einem Bauherrn zudem, dass er seine Aufgabe in guten Händen weiß. Wer seine Referenzen mit scharfen, geraden, gut belichteten Aufnahmen zeigt, hebt sich somit von Büro-Websites ab, die noch auf Baustellenschnappschüsse setzen.

Wettbewerbe und Einreichungen

Bei Architekturpreisen und Publikationen entscheidet die Jury oft zuerst über die Bilder. Eine starke Fotostrecke kann daher ein gutes Projekt sichtbar machen, eine schwache es begraben. Fachmagazine verlangen zudem hohe Auflösung und saubere Perspektive, damit die Aufnahmen im Druck bestehen. Hier zahlt sich folglich die Sorgfalt des Architekturfotografen unmittelbar aus.

PR, Presse und Marketing

Für Pressemeldungen, Geschäftsberichte, Social Media und Anzeigen brauchen Büros und Bauträger Bilder, die ohne Erklärung funktionieren. Ein starkes Aufmacherbild wird geteilt, verlinkt und weiterverwendet. Somit trägt es den Namen des Projekts weiter, als es jeder Text könnte. Wie Bildsprache auf Wahrnehmung und Marke wirkt, vertiefen zudem die Beiträge Werbefotografie: Bildsprache, Stil, Wirkung und Die Macht der Werbefotografie. Konkrete Ergebnisse aus Wien zeigen schließlich unsere Referenzen.

Ablauf, Rechtliches und Kosten in Österreich

Ein Architektur-Shooting läuft in klaren Schritten ab. Zudem ist der rechtliche Rahmen in Österreich gut geregelt. Wer beides kennt, plant daher realistisch und vermeidet Überraschungen bei Zeit, Rechten und Budget. Ein erfahrener Architekturfotograf führt Sie dabei durch jeden Schritt.

So läuft ein Shooting ab

Am Anfang steht zunächst ein kurzes Briefing: Um welches Projekt geht es, welche Ansichten sind wichtig, wofür werden die Bilder verwendet und gibt es einen Wunschtermin für das Licht. Danach klärt der Architekturfotograf Zugang, Uhrzeit und, falls nötig, eine Drehgenehmigung. Vor Ort arbeitet er anschließend die Ansichten der Reihe nach ab und richtet sich nach dem Sonnenstand. Nach dem Termin folgt zudem die Bildbearbeitung mit Perspektivkorrektur, Farb- und Helligkeitsabgleich und dem Entfernen störender Elemente. Die fertigen Bilder liegen schließlich meist binnen weniger Werktage in Web- und Druckauflösung vor. Wie ein Termin generell abläuft, beschreibt außerdem der Ratgeber zum Fotoshooting.

Panoramafreiheit, Urheberrecht und Nutzungsrechte

In Österreich dürfen Bauwerke, die dauerhaft an einem öffentlichen Ort stehen, von dort aus fotografiert werden. Die Bilder dürfen zudem kommerziell veröffentlicht werden. Diese Panoramafreiheit regelt der Paragraf 54 Urheberrechtsgesetz. Eine kompakte Einordnung für die Praxis gibt außerdem die WKO zur Panoramafreiheit. Am Foto selbst entsteht dagegen ein eigenes Urheberrecht des Fotografen. Es bleibt bei ihm, der Auftraggeber erhält somit klar definierte Nutzungsrechte für den vereinbarten Zweck. Legen Sie daher vorab schriftlich fest, ob die Bilder online, im Druck oder zeitlich unbegrenzt genutzt werden dürfen, wie es die WKO Berufsfotografen empfehlen. Sind auf Innenaufnahmen Menschen erkennbar, greift zusätzlich das Recht am eigenen Bild nach Paragraf 78 UrhG. Für Luftaufnahmen mit der Drohne ist überdies die Registrierung bei der Austro Control nötig.

Was ein Architekturfotograf kostet

Der Preis eines Architekturfotografen hängt vor allem an Umfang und Nutzung. Ein einzelnes Objekt mit einer kompakten Bildstrecke ist günstiger als ein großes Projekt mit Innen-, Außen- und Detailaufnahmen zu verschiedenen Tageszeiten. Als grober Rahmen beginnt ein halber Drehtag im niedrigen dreistelligen Bereich. Ein voller Tag mit umfangreicher Nachbearbeitung liegt dagegen deutlich höher. Dazu kommen zudem Nutzungsrechte je nach Reichweite. Gemessen am Nutzen ist der Betrag dennoch überschaubar, weil dieselben Bilder über Jahre in Portfolio, Wettbewerben und Presse arbeiten. Einen Überblick über Arten, Qualität und wann sich der Profi lohnt, gibt außerdem der Beitrag Fotografie: Arten und Qualität. Das Studio und die Menschen dahinter stellt schließlich die Seite Fotograf Wien vor.

Jetzt unverbindlich anfragen

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Architekturfotograf?

Ein Architekturfotograf bildet Bauwerke so ab, dass ihre gestalterische Idee sichtbar wird: Fassade, Proportion, Material und Lichtführung. Konkret dokumentiert er ein fertiges Projekt als Werk, mit geraden Linien und komponierten Ansichten. Auftraggeber sind vor allem Architekturbüros, Bauträger und Innenarchitekten. Sie nutzen die Bilder zudem für Portfolio, Wettbewerbe und Presse.

Was ist der Unterschied zwischen Architektur- und Immobilienfotografie?

Immobilienfotografie will verkaufen oder vermieten und zeigt eine Wohnung einladend und bewohnbar. Architekturfotografie dokumentiert dagegen ein Bauwerk als gestalterische Leistung für Architekten und Fachpresse. Das eine dient somit dem Objekt am Markt, das andere dem Werk und seinem Urheber. In der Praxis brauchen Bauträger allerdings oft beides, aufeinander abgestimmt.

Warum sind gerade Linien in der Architekturfotografie so wichtig?

Kippt man die Kamera nach oben, laufen die senkrechten Kanten zusammen. Das Gebäude wirkt dann, als kippe es nach hinten. Diese stürzenden Linien sind daher das deutlichste Kennzeichen eines Amateurfotos. Profis halten die Vertikalen dagegen mit einem Tilt-Shift-Objektiv oder per Perspektivkorrektur parallel, damit das Bauwerk ruhig und wertig wirkt.

Wann ist die beste Tageszeit für Architekturaufnahmen?

Streifendes Licht am Morgen oder am späten Nachmittag betont Relief und Material besser als hartes Mittagslicht. Für repräsentative Außenaufnahmen ist zudem die blaue Stunde kurz nach Sonnenuntergang ideal, wenn der Himmel tiefblau leuchtet und Licht aus den Fenstern fällt. Diese Aufnahmen brauchen allerdings Stativ und genaue Planung, weil das Licht nur wenige Minuten hält.

Darf ich fremde Gebäude in Österreich fotografieren und veröffentlichen?

Bauwerke, die dauerhaft an einem öffentlichen Ort stehen, dürfen Sie von dort aus fotografieren und die Bilder auch kommerziell veröffentlichen. Das regelt nämlich die Panoramafreiheit in Paragraf 54 Urheberrechtsgesetz. Für Innenaufnahmen brauchen Sie dagegen die Zustimmung des Eigentümers. Sind Personen erkennbar, greift zudem das Recht am eigenen Bild.

Wem gehören die Bilder und welche Nutzungsrechte bekomme ich?

Das Urheberrecht am Foto bleibt beim Fotografen. Sie erhalten dagegen klar definierte Nutzungsrechte für den vereinbarten Zweck, etwa Website, Print und Presse. Umfang und Dauer halten wir zudem schriftlich fest. Klären Sie daher vorab, ob die Bilder auch von Projektpartnern oder Herstellern mitgenutzt werden sollen, damit die Rechte dazu passen.

Was kostet ein Architektur-Shooting in Wien?

Der Preis hängt vor allem an Umfang und Nutzung. Ein einzelnes Objekt mit kompakter Bildstrecke ist günstiger als ein großes Projekt mit Innen-, Außen- und Detailaufnahmen zu mehreren Tageszeiten. Ein halber Drehtag beginnt zudem im niedrigen dreistelligen Bereich, ein voller Tag liegt höher. Dazu kommen schließlich Nutzungsrechte. Für ein konkretes Angebot genügen Projekt, Umfang und Verwendungszweck.

Fazit: Bauwerke, die im Bild weiterwirken

Ein Architekturfotograf übersetzt den Entwurfsgedanken in Bilder, die auch dann noch überzeugen, wenn die Baustelle längst geräumt ist. Wer auf gerade Linien, das richtige Licht und eine durchdachte Bildstrecke aus Außen-, Innen- und Detailaufnahmen achtet, bekommt Referenzen für das eigene Büro. Sie arbeiten zudem im Portfolio, in Wettbewerben und in der Presse jahrelang weiter. Der rechtliche Rahmen von der Panoramafreiheit bis zu den Nutzungsrechten ist in Österreich außerdem klar. Der Aufwand rechnet sich daher schnell, weil dieselben Bilder immer wieder neue Projekte anbahnen. Gute Architekturfotos altern schließlich langsam, weil sie auf Form und Handwerk setzen statt auf kurzlebige Effekte.

studiolehner fotografiert Architektur und Innenräume in Wien und Umgebung, auf Wunsch inklusive Drohne, Video und Detailstrecke. Jetzt unverbindlich anfragen

Alle Artikel